Kennzahlen

Kennzahlen

Die für uns wichtigsten Kennzahlen:

Neben dem free Cashflow (geringste Manipulationsmöglichkeiten) sind folgende Formeln für uns besonders relevant:

Der Altman Z-Score

Dieser wurde von Professor Edgar Altman im Jahre 1968 entwickelt und impliziert.
Er wird mithilfe von verschiedenen Kennzahlen aus der G+V (Gewinn- & Verlustrechnung), sowie mithilfe der Bilanz stochastisch die Möglichkeit einer drohenden Insolvenz eines Unternehmens ermittelt.

Joel Greenblatt Kennzahlen

• Return on Capital = EBIT / (Nettoumlaufvermögen + Sachanlagevermögen) * Earnings Yield = EBIT / Enterprise Value

Hieraus können wir die Schlussfolgerung ziehen, ob eine Aktie , sofern Sie Umsatz generiert, in die engere Wahl für eine Kauf- (Long) bzw. Verkaufssempfehlung (Short) kommt.

Selbstverständlich ist jede einzelne Branche unter den jeweiligen Marktbedingungen zu analysieren.

Des Weiteren liegt unsere Stärke vor allem darin, neben sog. Standard- und Míd-Caps, auch Micro- bzw. Small-Caps zu analysieren, da hier der zukünftige Cashflow bzw. return of sales zu beurteilten ist.
Hierfür bedienen wir uns besonderer Bewertungsmodelle unter Berücksichtigung der Interessen von Investoren.

Erfolgskennzahlen

Erfolgskennzahlen dienen der Ermittlung des Unternehmenserfolgs. Relative Erfolgskennzahlen orientieren sich entweder am Gewinn oder am Unternehmenswert.
Hierbei ist natürlich zu beachten, ob ein Unternehmen bereits Umsätze generiert, oder sich noch im Aufbau befindet, bevor die ersten Cash-Flows erzielt werden.
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie die Rentabilität, die Produktivität oder die Wirtschaftlichkeit messen letztlich das ökonomische Prinzip in einem Unternehmen. Selbstverständlich spielen auch viele andere Faktoren eine wichtige Rolle, jedoch ist das Grundgerüst eines jeden Unternehmers erst einmal die Analyse der Jahreszahlen.

Die wichtigsten Kennzahlen

1. Abschreibungsintensität Definition
Die Abschreibungsintensität setzt die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Abschreibungen in ein Verhältnis zur Gesamtleistung (betrifft v.a. die Umsatzerlöse) des Unternehmens.
Mittels dieser Kennzahl kann ein Unternehmen sich mit anderen Unternehmen seiner Branche vergleichen, um zu erkennen, ob Wettbewerber ihre Leistung mit weniger Abschreibungsaufwand erzielen.
Die Abschreibungsintensität ist stark branchenabhängig und ist i.d.R. bei Industrieunternehmen am höchsten, während sie bei Handelsunternehmen und Dienstleistungsunternehmen geringer ausfällt.
Formel für Abschreibungsintensität
Die Formel zur Berechnung der Abschreibungsintensität lautet: Abschreibungsintensität = Abschreibungen / Gesamtleistung.
Die Abschreibungen können der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren entnommen werden (§ 275 Abs. 2 Nr. 7 a) HGB) oder aber im Falle der Anwendung des Umsatzkostenverfahrens (§ 275 Abs. 3 HGB) dem Anlagengitter (§ 268 Abs. 2 HGB).
Als Gesamtleistung können
• die Umsatzerlöse oder
• die Summe aus Umsatzerlöse, Erhöhung oder Verminderung des Bestands an
fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie andere aktivierte Eigenleistungen (Posten § 275 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 HGB des Gesamtkostenverfahrens)
verwendet werden.

2. Abschreibungsquote Definition
Die Abschreibungsquote bezeichnet das Verhältnis der in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchten Abschreibungen eines Geschäftsjahrs zum Buchwert des Anlagevermögens.
Die Kennzahl Abschreibungsquote lässt Schlüsse über die Nutzungsdauern bzw. den Erneuerungszyklus der Anlagegüter (z.B. Maschinen, IT-Ausstattung) und den damit verbundenen Kapitalbedarf zu.
Hinweis: andere Definition
Manchmal sieht man auch eine ganz andere Definition des Begriffs Abschreibungsquote: Abschreibungen / Gesamtleistung oder Abschreibungen / Umsatzerlöse; diese Interpretation korrespondiert dann mit der Materialaufwandsquote bzw. Personalaufwandsquote und stellt dar, welchen Aufwandsanteil die Abschreibungen haben.
  
Formel für Abschreibungsquote
Die Formel für die Abschreibungsquote lautet:
Abschreibungsquote = Abschreibungen / Buchwert Anlagevermögen
Abschreibungen (Zähler der Formel)
Abschreibungen in der GuV nach dem Gesamtkostenverfahren
Die Abschreibungen können der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) entnommen werden: Posten Nr. 7 a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen.
Abschreibungen in der GuV nach dem Umsatzkostenverfahren
Da die Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) nicht explizit auftreten – sondern in den Posten Herstellungskosten, Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten enthalten sind – können die Abschreibungen lediglich dem nach § 268 Abs. 2 HGB von Kapitalgesellschaften zu erstellenden Anlagengitter entnommen werden.
Anlagevermögen (Nenner der Formel) Anlagevermögen zum Buchwert
Der Buchwert des Anlagevermögens kann der Bilanz entnommen werden. Dabei sind jedoch – entsprechend den Abschreibungen in der GuV – lediglich das immaterielle Anlagevermögen (§ 266 Abs. 2 A. I HGB) sowie die Sachanlagen (§ 266 Abs. 2 A. II. HGB) anzusetzen.
Der Einbezug der Finanzanlagen (§ 266 Abs. 2 A. III. HGB) ist nicht sinnvoll, da dieses ja zum einen nicht ersetzt werden muss und zum anderen i.d.R. auch keinen planmäßigen Abschreibungen unterliegt.
Anlagevermögen zu historischen Anschaffungskosten
Alternativ wird teilweise statt des Buchwerts des Anlagevermögens das Anlagevermögen zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten verwendet.
Dieses kann wiederum dem Anlagengitter entnommen werden.

3. Anlagenabnutzungsgrad Anlagenabnutzungsgrad Definition
Der Anlagenabnutzungsgrad als Kennzahl gibt das Verhältnis der kumulierten Abschreibungen im Verhältnis zum Anlagevermögen in % an.
Ein hoher Anlagenabnutzungsgrad eines Unternehmens deutet darauf hin, dass • das Anlagevermögen ggf. entsprechend erneuert werden muss und damit
• eventuell zukünftig ein Finanzierungsbedarf für Ersatzinvestitionen zu erwarten ist.
Üblicherweise bezieht man nur das abnutzbare immaterielle Anlagevermögen (z.B. Software, Lizenzen) sowie Sachanlagevermögen (z.B. Maschinen, PKW) ein; Finanzanlagen werden nicht abgenutzt bzw. planmäßig abgeschrieben.
Formel für die Berechnung des Anlagenabnutzungsgrads
Der Anlagenabnutzungsgrad berechnet sich nach folgender Formel:
Anlagenabnutzungsgrad = kumulierte Abschreibungen / Historische Anschaffungskosten des Anlagevermögens.
Die kumulierten Abschreibungen können von Seiten externer Bilanzleser im Falle von Kapitalgesellschaften dem Anlagengitter (§ 268 Abs. 2 HGB) entnommen werden.
Das Anlagevermögen, bewertet zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, kann ebenfalls dem Anlagengitter entnommen werden.

4. Anlagenintensität Anlagenintensität Definition
Die Anlagenintensität als eine der Vermögensstrukturkennzahlen gibt das Verhältnis des Anlagevermögens zum Gesamtvermögen (bzw. zu der Bilanzsumme) in % an.
Die Anlagenintensität lässt Schlüsse über die Kapitalbindung und Fixkostenbelastung (Abschreibungen) und damit die finanzielle Flexibilität eines Unternehmens zu.
Die Finanzierungspolitik eines Unternehmens – werden Maschinen oder PKW gekauft oder geleast? – beeinflusst die Kennzahl Anlagenintensität.
Das Gegenstück ist die Umlaufintensität.
Alternative Begriffe: Anlageintensität, Anlagequote, Anlagenquote, Anlagevermögensintensität, Intensität des Anlagevermögens.
Anlagenintensität Formel
Die Anlagenquote lässt sich mit folgender Formel berechnen:
Anlagenintensität = Anlagevermögen / Gesamtvermögen.
Der Wert des Anlagevermögens entspricht dem Buchwert der unter Anlagevermögen (§ 266 Abs. 2 A. HGB) in der Bilanz zum Bilanzstichtag subsumierten Bilanzposten, d.h., er
umfasst Immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen sowie Finanzanlagen.
Teilweise verwendet man auch nur die Sachanlagen und berechnet damit die Sachanlagenintensität, da in der Regel v.a. die Sachanlagen für die Fixkostenbelastung verantwortlich sind.

5. Arbeitsproduktivität Arbeitsproduktivität Definition
Als Arbeitsproduktivität bezeichnet man die Produktivität, bei der als Einsatzfaktor (d.h. im Nenner der Produktivitätsformel) die Arbeitsleistung angesetzt wird.
Dabei kann die Arbeitsleistung z.B. in Stunden, Tagen, Monaten oder Jahren angegeben werden.
Die Arbeitsproduktivität stellt – neben z.B. der Maschinenproduktivität – eine
sogenannte Teilproduktivität, aus denen sich die Gesamtproduktivität des Unternehmens zusammensetzt, dar.
Arbeitsproduktivität Formel
Die Arbeitsproduktivität lässt sich mit folgender Formel berechnen: Arbeitsproduktivität = Output / Arbeitseinsatz.

6.Außerordentliches Ergebnis Definition
Das außerordentliche Ergebnis ist eine Zwischensumme der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB.
Das außerordentliche Ergebnis ist der Saldo aus den außerordentlichen Erträgen und den außerordentlichen Aufwendungen.
Durch die Unterteilung der GuV in das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und das außerordentliche Ergebnis soll es dem Bilanzleser ermöglich werden, voraussichtlich nicht oder nur selten wiederkehrende Ergebnisbeiträge zu erkennen.
Die meisten Unternehmen weisen in ihren Jahresabschlüssen kein außerordentliches Ergebnis aus, da diesem wirklich „außerordentliche“ im Sinne von außergewöhnlichen bzw. seltenen Geschäftsvorfällen zugrunde liegen.
Alternative Begriffe: A.o. Ergebnis.
Inhalt des außerordentlichen Ergebnisses
Unter den Posten außerordentliche Erträge und außerordentliche Aufwendungen sind gemäß § 277 Abs. 4 Satz 1 HGB Erträge und Aufwendungen auszuweisen, die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der Kapitalgesellschaft anfallen.
Sofern sie für die Beurteilung der Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind, sind die außerordentlichen Posten hinsichtlich ihres Betrags und ihrer Art im Anhang zu erläutern (§ 277 Abs. 4 Satz 2 HGB).
Zudem ist bei Vorliegen eines außerordentlichen Ergebnisses nach § 285 Nr. 6 HGB im Anhang anzugeben, in welchem Umfang die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und das außerordentliche Ergebnis belasten.

7. Cash Flow Definition
Der englische Begriff Cash Flow bezeichnet im Falle eines positiven Werts den Mittelzufluss (den Zufluss liquider Mittel, kurz: Geldzufluss) bzw. im Falle eines negativen Werts den Mittelabfluss während einer Abrechnungsperiode, z.B. eines Geschäftsjahrs.
Der Cash Flow als betriebswirtschaftliche Kennzahl beantwortet die Frage: „Wieviel Geld (und nicht: wieviel Gewinn) wurde erwirtschaftet?“ bzw. „Wie hoch ist der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen?“.
Der Cash Flow zeigt damit die Finanzkraft bzw. Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens an: je mehr Geld das Unternehmen selbst erwirtschaftet, desto weniger muss es von anderen (z.B. Bankkredite) aufnehmen.
Konzerne müssen die Entwicklung des Cash Flows in einer Kapitalflussrechnung (englisch: cash flow statement) als Teil des Konzernabschlusses darstellen (vgl. § 297 Abs. 1 HGB).
Alternative Begriffe: cash flows, Geldfluss, Kapitalfluss.
Cash Flow Berechnung
Der Cash Flow eines Unternehmens lässt sich mittels der direkten Methode (Ausnahmefall) oder mittels der indirekten Methode (Regelfall) berechnen.
Direkte Methode zur Ermittlung des Cash Flows
Die direkte Methode, den Cashflow zu berechnen, stellt die Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber und ermittelt als Saldo den Cashflow.
Beispiel: Cash Flow Berechnung direkt
Vereinfachend sei angenommen, dass ein Unternehmen der Dienstleistungsbranche im Geschäftsjahr 2011 lediglich folgende 4 Geschäftsvorfälle hat:
• es wird für eine Dienstleistung ein Umsatz in Höhe von 100.000 Euro erzielt;
• es werden Gehälter in Höhe von 60.000 Euro gezahlt;
• darüber hinaus werden Abschreibungen in Höhe von 20.000 Euro verbucht sowie • eine Garantierückstellung in Höhe von 10.000 Euro gebildet.
Cashflow = Einzahlungen – Auszahlungen
Zieht man von den Einzahlungen (100.000 Euro Umsatz) die Auszahlungen (60.000 Euro Gehälter) ab, erhält man den Mittelzufluss (Cashflow): 40.000 Euro.
Abschreibungen und der Aufwand für die Bildung der Rückstellung werden nicht berücksichtigt, da sie keine Auszahlungen, sondern lediglich Aufwandsverbuchungen darstellen.

Indirekte Methode zur Ermittlung des Cash Flows
Die indirekte Methode der Cashflowermittlung geht vom Gewinn (Jahresüberschuss nach Steuern) aus und ermittelt den Cashflow durch Korrekturen, die die Tatsache berücksichtigen, dass nicht alle in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchten Aufwendungen mit Auszahlungen und auch nicht alle Erträge mit Einzahlungen verbunden sind.
Beispiel: Cash Flow Berechnung indirekt
In dem obigen Beispiel beträgt der Gewinn: 100.000 Euro (Umsatz) – 60.000 Euro (Gehälter) – 20.000 Euro (Abschreibungen) – 10.000 Euro (Aufwand für die Bildung der Garantierückstellung) = 10.000 Euro.
Die indirekte Berechnung des Cashflows stellt sich wie folgt dar:
Jahresüberschuss nach Steuern 10.000
+ Abschreibungen + 20.000 + Zuführung zur Garantierückstellung + 10.000 = Cashflow = 40.000
Die indirekte Methode der Cashflowermittlung ist deshalb die bevorzugte, da jedes Unternehmen seine Geschäftsvorfälle in der Buchhaltung abbildet (bzw. aus gesetzlichen Gründen dazu verpflichtet ist) und somit die Daten automatisch vorliegen.
Ein- und Auszahlungen hingegen werden in der Regel in einem Unternehmen nicht erfasst bzw. „verbucht“.
Aussage des Cash Flows Positiver Cash Flow
In dem obigen Beispiel wurde ein Cashflow in Höhe von 40.000 Euro sowie ein Gewinn in Höhe von 10.000 Euro ermittelt.
Während der Gewinn u.a. darüber Auskunft gibt, wie viel an die Eigentümer ausgeschüttet werden kann, gibt der Cashflow an, wie viel „Geld“ erwirtschaftet wurde.
Der Cashflow in Höhe von 40.000 Euro kann z.B. dazu verwendet werden,
• eine Investition zu tätigen (z.B. eine Maschine für 40.000 Euro anzuschaffen);
• einen Kredit zu tilgen oder
• das erwirtschaftete Geld im Unternehmen zu belassen, um die Liquidität zu stärken.
Negativer Cash Flow
Bei einem negativen Cash Flow hat das Unternehmen kein Geld verdient, sondern musste Geld in das (operative) Geschäft stecken. Das Geld ist nicht unbedingt verloren, sondern steckt ggfs. nur in den Vorräten oder Forderungen.
Ein hoher Cashflow bedeutet eine starke Kraft zur Innenfinanzierung oder mit anderen Worten: wer selbst viel Geld erwirtschaftet, muss weniger Kapital z.B. in Form von Bankdarlehen aufnehmen, um Investitionen zu tätigen bzw. Unternehmenswachstum zu finanzieren.

Cash-Flow-Marge
Die Cash-Flow-Marge gibt in Prozent an, wie viel vom Umsatz als Cashflow hereinkommt:
Beispiel: Cashflow-Marge berechnen
Die Cash-Flow-Marge im obigen Beispiel ist:
Cash-Flow-Marge = Cashflow / Umsatz = 40.000 € / 100.000 € = 0,4 = 40 %.

8. Dynamischer Verschuldungsgrad Definition
Der dynamische Verschuldungsgrad gibt an, wie lange es dauert, bis die Verschuldung durch den erwirtschafteten Cashflow zurückgeführt werden kann (Schuldentilgungsdauer).
Der dynamische Verschuldungsgrad als in Jahren angegebene Kennzahl lässt Schlüsse über die Verschuldung zu bzw. deutet auf mögliche Finanzierungsprobleme hin.
Alternative Begriffe: Verschuldungsfaktor.
Formel für dynamischen Verschuldungsgrad
Der dynamische Verschuldungsgrad berechnet sich nach folgender Formel: Dynamischer Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Cashflow.
Das Fremdkapital umfasst i.d.R. neben den Verbindlichkeiten auch die zu bedienenden Rückstellungen („ungewisse Verbindlichkeiten“).
Effektivverschuldung
Teilweise werden von dem Fremdkapital zunächst die verfügbaren (d.h., schon vorhandenen) liquiden Mittel (Bilanzposten: Kasse, Bankguthaben, Kurzfristige Wertpapiere) abgezogen, so dass sich die sogenannte Effektiv-Verschuldung ergibt. Die Formel lautet dann:
Dynamischer Verschuldungsgrad = Effektiv-Verschuldung / Cashflow = (Fremdkapital – liquide Mittel) / Cashflow.
Beispiel: Dynamischer Verschuldungsgrad Beispiel: Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrads
Ein Unternehmen weist in der Bilanz (Einzelabschluss) zum 31. Dezember 2010 ein Fremdkapital in Höhe von 7 Mio. Euro auf. Der jährlich erzielte Cashflow beträgt 2 Mio. Euro.

Der dynamische Verschuldungsgrad beträgt somit: 7 Mio. Euro / 2 Mio. Euro = 3,5. D.h., das Unternehmen ist in der Lage, die Verschuldung in 3,5 Jahren zurückzuführen, wenn sie den gesamten erzielten Cashflow jeweils zur Schuldentilgung verwendet (und der Cashflow konstant bleibt).
Bedeutung des dynamischen Verschuldungsgrads
Der dynamische Verschuldungsgrad stellt z.B. für kreditgewährende Banken einen Maßstab für die Beurteilung dar, inwiefern ein Unternehmen in der Lage ist, Kredite zurückzuführen.
Die Kreditwürdigkeit bzw. Bonität eines Unternehmens ist um so höher, je schneller es Schulden zurückzahlen kann.

9. EBIT / Betriebsergebnis EBIT Definition
EBIT ist die Abkürzung für „Earnings before Interests and Taxes“, d.h. das „Ergebnis vor Zinsen und Steuern“. Das „vor“ bedeutet, dass die Aufwandsposten Zinsen und Ertragssteuern unberücksichtigt bleiben bzw. dem Gewinn wieder hinzugerechnet werden.
Das EBIT dient v.a. dem internationalen Vergleich der Ertragskraft von Unternehmen (z.B. Tochterunternehmen eines Konzerns), die von der Geschäftstätigkeit her vergleichbar, jedoch unterschiedlich finanziert und aufgrund ihres Unternehmenssitzes in unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Steuersätzen belastet sind.
Alternative Begriffe: Betriebliches Ergebnis, Betriebserfolg, Betriebsergebnis (Betriebsgewinn bzw. Betriebsverlust), Operativer Gewinn, Operatives Ergebnis, ordentliches Betriebsergebnis, PBIT (profit before interest and taxes).
Zweck des EBIT
Als Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung, die die Ertragskraft und Effizienz eines Unternehmens widerspiegeln sollen, werden häufig das EBIT und das EBT verwendet, obwohl diese Zwischenergebnisse explizit in der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB nicht enthalten bzw. genannt sind.
Das EBIT stellt die Ausgangsgröße für weitere Verhältniskennzahlen wie die EBIT-Marge oder EBIT-Rendite dar.
Beim „Ergebnis vor Zinsen und Steuern“ ist der Begriff „Zinsen“ weit auszulegen: er beinhaltet das gesamte Finanzergebnis, d.h. alle Aufwendungen und Erträge aus der Finanzierungstätigkeit bzw. Anlage von liquiden Mitteln.
Das EBIT (z.B. 1 Mio. €) wäre z.B. für eine Bank, die vom Unternehmen bzgl. eines Kredits angefragt wird, ein Maßstab dafür, welche Zinsbelastung das Unternehmen „vertragen“ kann, ohne in die Verlustzone zu rutschen (vgl. Zinsdeckungsgrad).

EBIT Berechnung
Das EBIT ergibt sich, indem folgende Teile der GuV unberücksichtigt bleiben bzw. das Jahresergebnis um diese Posten bereinigt bzw. korrigiert wird:
• die Ertragsteuern (z.B. Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer),
• das Finanzergebnis und in der Regel auch
• das außerordentliche Ergebnis. 
Hinweis: Beteiligungserträge u.U. einbezogen 
Teilweise werden in das EBIT die Erträge aus Beteiligungen mit einbezogen (d.h., nicht das gesamte Finanzergebnis wird korrigiert). 
Insofern sollte bei Vergleichen von Unternehmen auf die jeweilige Definition des EBIT geachtet werden. 
Das EBIT entspricht somit im Ergebnis dem handelsrechtlichen Betriebsergebnis. Vgl. 
• EBIT im Umsatzkostenverfahren • EBIT im Gesamtkostenverfahren.

10. EBITDA EBITDA Definition
EBITDA ist die Abkürzung für „Earnings before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation“, d.h. das „Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen“.
Die „herausgerechneten“ Abschreibungen umfassen dabei sowohl die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens als auch auf Sachanlagen. Etwaige Zuschreibungen (vgl. § 253 Abs. 5 HGB) werden gegengerechnet.
Das EBITDA ist eine zum Gewinn (Jahresüberschuss nach Steuern) alternative Messgröße für wirtschaftlichen Erfolg, die „Verzerrungen“ durch Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen – d.h. die Beeinflussung des Gewinns durch Finanzierungsstruktur, das Sitzland sowie die angewandte Rechnungslegung des Unternehmens – vermeiden und dadurch die Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen ermöglichen möchte.
Das EBITDA lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen, indem zum EBIT die Abschreibungen hinzuaddiert werden.
Earnings before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation
Als Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung, die die Ertragskraft und Effizienz eines Unternehmens widerspiegeln sollen, werden häufig das EBIT und das EBT und auch das EBITDA verwendet, obwohl diese Zwischenergebnisse explizit in der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB nicht enthalten bzw. genannt sind.
Das EBITDA stellt die Ausgangsgröße für weitere Verhältniskennzahlen wie die EBITDA- Marge oder EBITDA-Rendite dar.
Zweck des EBITDA
Bzgl. der Zielsetzung der Kennzahl EBITDA sei zum einen auf die Erläuterung zum EBIT verwiesen.
EBIT — EBITDA
Die gegenüber dem EBIT (das lediglich das Finanzergebnis und die Ertragsteuern korrigiert bzw. herausrechnet) zusätzliche Korrektur um die als Aufwand verbuchten Abschreibungen soll bilanz- bzw. steuerpolitische Maßnahmen eliminieren, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern von steuerlichen Vorgaben (EStG und AfA-Tabellen der Finanzverwaltung) sowie der angewandten Rechnungslegung (HGB bzw. IFRS) und damit länderspezifisch beeinflusst werden.
Gesetzliche Anwendung des EBITDA
Das EBITDA findet auch Anwendung im Rahmen der steuerlichen Vorschriften zum Betriebsausgabenabzug für Zinsaufwendungen, der sogenannten Zinsschranke gemäß § 4h EStG bzw. § 8a KStG.

EBITDA Berechnung EBITDA im Gesamtkostenverfahren
Das EBITDA entspricht somit im Ergebnis dem handelsrechtlichen Betriebsergebnis (der Summe der Posten 1. bis 8. im Falle des Gesamtkostenverfahrens (GKV)), korrigiert um die Abschreibungen – Posten Nr. 7a) im GKV: Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen.
Vgl. das Beispiel zur Berechnung des EBITDA im Gesamtkostenverfahren. EBITDA im Umsatzkostenverfahren
Das EBITDA entspricht wiederum dem handelsrechtlichen Betriebsergebnis (der Summe der Posten 1. bis 7. im Falle des Umsatzkostenverfahrens (UKV)), korrigiert um die Abschreibungen.
Im Falle der Anwendung des Umsatzkostenverfahrens für die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung ist die Ermittlung des EBITDA für externe Bilanzadressaten nicht ohne weiteres möglich, da die Abschreibungen in folgenden GuV-Posten „versteckt“, d.h. enthalten sind:
• Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (Nr. 2)
• Vertriebskosten (Nr. 4) sowie
• allgemeine Verwaltungskosten (Nr. 5).
Die Abschreibungen können aber u.U. dem nach § 268 Abs. 2 HGB von Kapitalgesellschaften aufzustellenden Anlagengitter entnommen werden.

11. EBT Definition
EBT ist die Abkürzung für „Earnings before Taxes“, d.h. Ergebnis vor Steuern (gemeint sind die Ertragsteuern).
Das EBT lässt sich einfach berechnen: zum Jahresüberschuss wird der Betrag des GuV- Postens Steuern vom Einkommen und vom Ertrag addiert.
Das EBT dient v.a. dem internationalen Vergleich der Ertragskraft von Unternehmen (z.B. Tochterunternehmen eines Konzerns), die aufgrund ihrer Tätigkeit in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Steuersätzen belastet sind.
Die EBT-Marge (Formel: EBT / Umsatz) ist eine „vor Steuern“-Variante der
  
Umsatzrentabilität.
Alternative Begriffe: pre-tax profit, Profit before Tax (PBT), Jahresüberschuss vor Steuern, Ergebnis vor Ertragsteuern, Vorsteuerergebnis, Vorsteuergewinn.
Interpretation des EBT
Die Analysemöglichkeit des EBT ist analog der des EBIT. Beim EBT beschränkt sich die Korrektur jedoch lediglich auf die Ertragsteuern, während Finanzierungseffekte nicht eliminiert werden.

12. Eigenkapitalquote Definition
Die Eigenkapitalquote bezeichnet den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (Bilanzsumme), ausgedrückt in %.
Die Formel für die Berechnung der Eigenkapitalquote lautet: Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital.
Die Eigenkapitalquote ist einer der Indikatoren für das Risiko und die Bonität eines Unternehmens: eine hohe Eigenkapitalquote (im Umkehrschluss: eine geringe Verschuldung) verringert das Insolvenzrisiko aus Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit — verringert aber u.U. auch die Eigenkapitalrentabilität.
Die Eigenkapitalquote lässt sich durch verschiedene Maßnahmen wie Kapitalfreisetzung, Kapitalerhöhungen oder Gewinneinbehaltung erhöhen.
Alternative Begriffe: Eigenfinanzierungsgrad, Eigenfinanzierungsquote, Eigenkapitalanteil, Eigenkapitalintensität, EK-Quote, EKQ, equity ratio, Grad der finanziellen Unabhängigkeit.
Eigenkapitalquote Formel
Mit folgender Formel lässt sich die Eigenkapitalquote aus einem Jahresabschluss bzw. Konzernabschluss berechnen:
Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital.
Dabei umfasst das Eigenkapital bei einer Kapitalgesellschaft nach § 266 Abs. 3 A. HGB:
Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft

Bilanz
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage
 Gewinnrücklagen Gewinnvortrag/Verlustvortrag Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag

Das Gesamtkapital entspricht der Bilanzsumme.
Beispiel: Berechnung Eigenkapitalquote Beispiel: Eigenkapitalquote berechnen
Ein Unternehmen weist in der Bilanz zum 31. Dezember 2016 ein Eigenkapital in Höhe von 300.000 € aus. Das Gesamtkapital bzw. die Bilanzsumme betragen 1 Mio. €.
Bilanz zur Berechnung der Eigenkapitalquote
Aktiva
Anlagevermögen Maschinen Umlaufvermögen Vorräte
Forderungen aus L+L Kasse, Bank
Passiva
Eigenkapital 300.000 600.000
Fremdkapital
(Langfristige) Kredite 500.000 Verbindlichkeiten aus L+L 200.000
200.000 120.000 80.000 1.000.000
1.000.000 Die Eigenkapitalquote beträgt somit: 300.000 € / 1.000.000 € = 0,3 = 30 %.
Berechnung Eigenkapitalquote Probleme der Eigenkapitalquote
Angenommen, dem Unternehmen gelingt es, doppelt so lange Zahlungsziele mit seinen Lieferanten zu vereinbaren; dadurch würden sich die Lieferverbindlichkeiten um 200.000 € auf 400.000 € erhöhen und wir nehmen an, die Bankguthaben sind entsprechend 200.000 € höher.
Die Bilanz würde dann so aussehen:
Aktiva
Anlagevermögen Maschinen Umlaufvermögen Vorräte
Forderungen aus L+L Kasse, Bank
Bilanz zur Berechnung der Eigenkapitalquote
Passiva
Eigenkapital 300.000 600.000
200.000 120.000 280.000 1.200.000
Fremdkapital
(Langfristige) Kredite 500.000 Verbindlichkeiten aus L+L 400.000
1.200.000
Diese eigentlich positive Entwicklung (längere Zahlungsziele, dadurch höhere Liquidität) wirkt sich in dem Beispiel auf die Eigenkapitalquote negativ aus: Eigenkapitalquote = 300.000 € / 1.200.000 € = 25 %.
Wird die erhöhte Liquidität aber z.B. dazu genutzt, die Bankkredite um 200.000 € zurückzuführen, bliebe die Eigenkapitalquote zumindest gleich.
Manche Unternehmen oder Analysten verwenden aus diesem Grund im Nenner der Formel nicht das Gesamtkapital, sondern die Summe aus Eigenkapital und langfristigem, verzinslichen Fremdkapital (während die kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgeklammert werden).
Eigenkapitalquote im Konzern
Wird die Eigenkapitalquote für einen Konzern berechnet, so sind in das Eigenkapital auch die Anteile in Fremdbesitz (Minderheitenanteile) einzubeziehen, da diese ebenfalls eine Eigenfinanzierung des Konzerns darstellen.
Durchschnittliche Eigenkapitalquote
Die durchschnittliche Eigenkapitalquote in Deutschland liegt in einer Größenordnung von 20 % bis 25 %.
Grund 1: traditionelle Kreditfinanzierung
Dieser eher geringe Wert liegt an der hierzulande vorherrschenden traditionellen Kreditfinanzierung über Sparkassen, Raiffeisenbanken und private Geschäftsbanken, während andere Länder wie die USA einen ausgeprägteren Kapitalmarkt haben, der entsprechende Eigenkapitalfinanzierungen über die Ausgabe von Aktien an Investoren ermöglicht.
Grund 2: häufigste Rechtsformen
Zum anderen sind viele Unternehmen Einzelunternehmen, Offene Handelsgesellschaften oder Kommanditgesellschaften. Diese erfordern kein Mindestkapital — „im Hintergrund“ haften aber die Gesellschafter zusätzlich mit ihrem Privatvermögen, so dass das haftende (aber nicht in der Bilanz ausgewiesene) Eigenkapital höher ist.
Bedeutung der Eigenkapitalquote
Vorteile einer hohen Eigenkapitalquote
Eine hohe Eigenkapitalquote bedeutet für ein Unternehmen insbesondere:
• eine höhere Kreditwürdigkeit (Bonität); ein hoher Eigenkapitalanteil bedeutet im Umkehrschluss eine geringe Verschuldung;
• ein geringeres Risiko aus den Insolvenztatbeständen
• Überschuldung, da das Eigenkapital als Verlustpuffer dient;
• Zahlungsunfähigkeit, da geringere Zahlungen für Zins und Tilgung zu leisten 
sind;
• eine höhere Unabhängigkeit für den Unternehmer, da er in Finanzierungsfragen 
weniger auf Fremdkapitalgeber (z.B. die Verlängerung von Krediten) angewiesen ist. 
Beispiel: Bedeutung einer guten Eigenkapitalquote 
Ein Unternehmen mit einem auf der Aktivaseite der Bilanz zum 31. Dezember 2011 ausgewiesenen Vermögen in Höhe von 10 Mio. Euro weist eine Eigenkapitalquote von 30
% auf. D.h., das Eigenkapital beträgt 3 Mio. Euro.
Eigenkapital als Verlustpuffer
Erleidet das Unternehmen im darauffolgenden Geschäftsjahr einen Verlust von 2 Mio. Euro, kann es diesen Verlust verkraften: das Eigenkapital von 3 Mio. Euro fängt diesen Verlust auf (Verlustpuffer) und reduziert sich auf nur mehr 1 Mio. Euro.
Hätte die Eigenkapitalquote z.B. nur 10 % betragen, hätte der Verlust das vorhandene Eigenkapital überstiegen, die Gesellschaft wäre bilanziell überschuldet (und müsste eine sogenannte Überschuldungsprüfung vornehmen) und ggf. in Existenzgefahr.
Eigenkapital und Liquidität
Angenommen, in dem obigen Beispiel mit der 30%-igen Eigenkapitalquote bestehen die restlichen 70 % des Kapitals aus einem Bankdarlehen, für das jährlich 6 % Zinsen sowie eine jährliche Tilgung von 1 Mio. Euro zu leisten sind.
Zins und Tilgung belasten die Liquidität des Unternehmens. Wenn das Unternehmen im operativen Geschäft kein „Geld“ (keinen Cashflow) erwirtschaftet, droht ggf. ein Liquiditätsengpass.
Mit geringer Eigenkapitalquote (und im Umkehrschluss höherer Fremdkapitalquote bzw. Verschuldung) nimmt dieses Liquiditätsrisiko zu.
Nachteile einer hohen Eigenkapitalquote
Eine hohe Eigenkapitalquote wirkt sich jedoch negativ auf die Eigenkapitalrentabilität aus — vgl. Leverage-Effekt.
Erhöhung der Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote kann durch Maßnahmen auf der Aktivaseite und der Passivaseite der Bilanz verbessert werden:
• Aktivaseite
• Kapitalfreisetzungsmaßnahmen
• Passivaseite
• Kapitalerhöhungen (Außenfinanzierung)
• Gewinnthesaurierung (Innenfinanzierung)
Die Eigenkapitalquote kann bei gleichbleibender Bilanzsumme dadurch erhöht werden, dass Fremdkapital durch Eigenkapital ersetzt wird oder das Unternehmen senkt die Bilanzsumme, indem es das Vermögen reduziert, z.B. durch Reduktion der Vorräte (Bestandsoptimierung, just-in-time), der Forderungsaußenstände (kürzere Kundenzahlungsziele, Mahnwesen, Factoring) oder des Anlagevermögens (z.B. durch Leasing).

13. Eigenkapitalrentabilität Definition
Die Eigenkapitalrentabilität bzw. Eigenkapitalrendite als eine Form der Kapitalrentabilität bezeichnet die – sich i.d.R. von Jahr zu Jahr verändernde – „Verzinsung“ des eingesetzten Eigenkapitals, ausgedrückt in %.
Die Eigenkapitalrentabilität berechnet sich mit der Formel: Gewinn / Eigenkapital. Eine Eigenkapitalrentabilität von 10 % besagt z.B., dass ein Unternehmen auf ein eingesetztes Eigenkapital von 1 Mio. € einen Gewinn von 100.000 € erzielt.
Durch den sogenannten Leverage-Effekt kann die Eigenkapitalrendite erhöht werden.
Die Eigenkapitalrendite entspricht nicht zwingend der Rendite des Eigenkapitalgebers, z.B. des Aktionärs — dessen Rendite ist davon abhängig, was er für seine Anteile bezahlt hat.
Alternative Begriffe: Eigenkapitalverzinsung, EK-Rendite, EK-Rentabilität, Return on Equity (RoE), Rentabilität des Eigenkapitals, Unternehmerrentabilität.
Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalkosten
Man geht davon aus, dass Eigentümer (z.B. Aktionäre) eine bestimmte Rendite (z.B. 10 %) fordern und spricht deshalb auch von Eigenkapitalkosten: möchte ein Unternehmen Eigenkapital aufnehmen, muss es den Investoren diese Rendite bieten – das Eigenkapital ist also (ebenso wie ein Kredit) mit Finanzierungskosten verbunden.
Aussage bzw. Interpretation der Eigenkapitalrentabilität
Die Eigenkapitalrentabilität ist – neben z.B. der Gesamtkapitalrentabilität und dem Cashflow – eine der Kennzahlen, die die Ertragskraft des Unternehmens messen soll.
Die Aussage einer hoher Eigenkapitalrendite liegt in einem aus Sicht des Eigentümers erfolgreichen Unternehmen.
Die Eigenkapitalrentabilität sollte höher ausfallen als die Rendite anderer langfristiger Anlagen (z.B. Bundesanleihe), da der Eigentümer für die Übernahme des unternehmerischen Risikos eine im Vergleich zu sicheren Anlagen höhere Vergütung (Risikoprämie) erhalten muss.
Eigenkapitalrentabilität Formel
Die Eigenkapitalrendite lässt sich nach folgender Formel berechnen: Eigenkapitalrentabilität = Gewinn / Eigenkapital.
Gewinn: Jahresüberschuss nach Steuern
Der Gewinn (Zähler der Formel) entspricht dabei in der Regel dem in der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens ausgewiesenen Jahresüberschuss nach Steuern.
Abzug des Unternehmerlohns bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften Bei Einzelunternehmen sollte vom Gewinn der kalkulatorische Unternehmerlohn
   
abgezogen werden, um Vergleiche mit Kapitalgesellschaften zu ermöglichen.
Hintergrund: Während bei Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG) das Gehalt des Geschäftsführers bzw. Vorstands als Aufwand verbucht wird und damit den Gewinn mindert, kann ein Einzelunternehmer sich selbst kein Gehalt bezahlen. Der Einzelunternehmer „lebt“ vom Gewinn.
Das gilt analog auch für Personengesellschaften (z.B. OHG, KG).
Eigenkapital
Das Eigenkapital (Nenner der Formel) kann der Bilanz entnommen werden: es entspricht den Bilanzposten des § 266 Abs. 3 A. HGB.
Dabei wird beim Eigenkapital
• teilweise auf den Endbestand (d.h. in der Regel zum 31. Dezember des Geschäftsjahrs),
• teilweise aber auch auf den Anfangsbestand (d.h. in der Regel zum 1. Januar des Geschäftsjahrs) oder
• auf ein durchschnittliches Eigenkapital während des Geschäftsjahrs abgestellt. Eigenkapitalrendite im Konzern 
Wird die Eigenkapitalrentabilität auf Basis der Werte eines Konzernabschlusses ermittelt, werden i.d.R. sowohl beim Gewinn als auch beim Eigenkapital die Minderheitenanteile einbezogen. 
Beispiel Eigenkapitalrentabilität Beispiel: Eigenkapitalrentabilität berechnen 
Ein Unternehmen der Immobilienbranche weist auf der Aktivseite seiner Bilanz ausschließlich eine vermietete Immobilie im Wert von 1 Mio. € aus. Das Unternehmen ist vollständig mit Eigenkapital finanziert. 
Bilanz zum 1. Januar zur Berechnung der Eigenkapitalrentabilität
Aktiva Passiva
Anlagevermögen 1.000.000 € Eigenkapital 1.000.000 €
Aus der Immobilie ergibt sich ein jährlicher Gewinn in Höhe von 80.000 €, der sich als
Saldo der Mieterträge in Höhe von 100.000 € sowie der Abschreibung in Höhe von 20.000 € ergibt (weitere Kosten und auch Steuern seien der Einfachheit halber an dieser Stelle vernachlässigt).
Die (verkürzte) Gewinn- und Verlustrechnung sieht dann so aus:
Mieterlöse 100.000 € – Abschreibungen -20.000 € = Gewinn / Jahresüberschuss 80.000 €
Berechnung der Eigenkapitalrentabilität
Berechnung der Eigenkapitalrentabilität auf Basis des Eigenkapitals zum Jahresanfang
Die Eigenkapitalrendite auf Basis des Eigenkapitals zum Jahresanfang berechnet sich im Beispiel nach folgender Formel:

Eigenkapitalrendite = Gewinn / Eigenkapital = 80.000 € / 1.000.000 € = 0,08 = 8 %.
Berechnung der Eigenkapitalrentabilität auf Basis des Eigenkapitals zum Jahresende
Angenommen, die Mieterlöse von 100.000 € liegen auf dem Bankkonto; die Abschreibungen in Höhe von 20.000 € haben das Anlagevermögen auf 980.000 € Buchwert gemindert und das Eigenkapital hat sich durch den Jahresüberschuss von 80.000 € auf 1.080.000 € erhöht.
Dann sieht die Bilanz zum Jahresende so aus:
Bilanz zum 31. Dezember zur Berechnung der Eigenkapitalrentabilität Aktiva Passiva
Anlagevermögen 980.000 € Eigenkapital 1.080.000 € Bankguthaben 100.000 €
Die Eigenkapitalrendite auf Basis des Eigenkapitals zum Jahresende berechnet sich entsprechend nach folgender Formel:
Eigenkapitalrendite = Gewinn / Eigenkapital = 80.000 € / 1.080.000 € = 0,074 = 7,4 %.
Problemfelder der Eigenkapitalrentabilität Rechnungslegung als Basis der Eigenkapitalrentabilität
Die Eigenkapitalrentabilität setzt Größen des Jahresabschlusses in ein Verhältnis zueinander.
Bilanzieren Unternehmen nach unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards (z.B. HGB oder IFRS), so ergeben sich daraus unter Umständen unterschiedliche Gewinne und/oder Eigenkapitalwerte.
Dies gilt analog auch für den Fall, dass Unternehmen zwar nach denselben Rechnungslegungsstandards bilanzieren, jedoch z.B. andere Abschreibungsmethoden oder Nutzungsdauern anwenden und dadurch der Gewinn (Zähler der Formel) beeinflusst und damit eine Vergleichbarkeit von Unternehmen beeinträchtigt wird.
Beeinflussung durch Leverage-Effekt
Die Höhe der Eigenkapitalrentabilität wird durch den sogenannten Leverage-Effekt beeinflusst und kann somit „manipuliert“ werden.

14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Definition Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Das oftmals als EGT abgekürzte Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit umfasst das Betriebsergebnis (EBIT) sowie das Finanzergebnis.
„Gewöhnliche Geschäftstätigkeit“ in dem Sinne, als sowohl das operative Geschäft (das Kerngeschäft: bei einem Automobilhersteller die Herstellung und der Verkauf von PKW; bei einen Lebensmitteldiscounter der Verkauf von Lebensmitteln etc.) als auch finanzielle Erträge und Finanzierungsaufwendungen bei fast jedem Unternehmen jedes Jahr vorhanden und somit „gewöhnlich“ sind (darüber hinaus gibt es noch das außerordentliche Ergebnis).

15. Finanzergebnis
Finanzergebnis Definition
Das Finanzergebnis beinhaltet
• die Erträge aus der Anlage von Geldern (finanzielle Erträge wie z.B. erhaltene Dividenden oder Zinserträge),
• die Aufwendungen aus der Aufnahme von Fremdkapital (finanzielleAufwendungen wie z.B. Zinsaufwand für Kredite) sowie auch
• Abschreibungen auf Wertpapiere. 
Das Finanzergebnis ist neben dem Betriebsergebnis (EBIT) ein Teil des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) und – neben ggf. dem außerordentlichen Ergebnis – ein Bestandteil des Gesamtergebnisses (Jahresüberschuss) eines Unternehmens. Es kann aus der Gewinn- und Verlustrechnung als Saldo mehrerer GuV-Posten errechnet werden. 
Bei den meisten Unternehmen ist das Finanzergebnis negativ, da sie überwiegend kreditfinanziert sind. 
Inhalt des Finanzergebnisses Finanzergebnis im Gesamtkostenverfahren 
Das Finanzergebnis umfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB die GuV-Posten Nr. 9. bis Nr. 13. 
Finanzergebnis im Umsatzkostenverfahren 
Das Finanzergebnis umfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren nach § 275 Abs. 3 HGB die GuV-Posten Nr. 8. bis Nr. 12.

16. Forderungsquote Definition
Die Forderungsquote bzw. Forderungsintensität bezeichnet das Verhältnis des Buchwerts der Forderungen zum Gesamtvermögen (der Bilanzsumme).
Mit anderen Worten: die Forderungsquote beantwortet die Frage: „welchen Anteil des Gesamtvermögens eines Unternehmens machen die Forderungen aus?“.
Forderungsquote Formel
Die Formel für die Forderungsquote lautet: Forderungsquote = Forderungen / Gesamtvermögen.
Bei den Forderungen stellt man im Wesentlichen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (§ 266 Abs. 2 B. II. 1. HGB), d.h., auf die offenen Kundenrechnungen, ab.
Das Gesamtvermögen entspricht der Bilanzsumme.
Beispiel zur Berechnung der Forderungsquote Beispiel: Forderungsquote berechnen
Der Buchwert der Forderungen zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2011 betrage 150.000 Euro, das Gesamtvermögen bzw. die Bilanzsumme betrage 1 Mio. Euro.
Die Forderungsquote beträgt somit 15 % (150.000 Euro / 1.000.000 Euro).
Interpretation der Forderungsquote
Die Forderungsintensität spiegelt einen Teil der Betrachtung der Umlaufintensität wider. Deshalb sei auf die dortige Erläuterung verwiesen.
Die Forderungsquote sollte im Mehrjahresvergleich und vor dem Branchenhintergrund analysiert werden.
Ein Anstieg der Forderungsquote kann aus steigenden Umsätzen (erfreulich), aber auch aus späten Zahlungseingängen bzw. einer schlechten Zahlungsmoral der Kunden resultieren.
Umschlagshäufigkeit der Forderungen
In dem Zusammenhang sollte die Umschlagshäufigkeit der Forderungen bzw. die durchschnittliche Zahlungsdauer in Tagen ermittelt werden.
Branchen, bei denen im Wesentlichen Barzahlung vorherrscht (z.B. Supermarktketten), weisen naturgemäß eine sehr geringe Forderungsquote auf.
Reduktion der Forderungsquote
Durch Factoring kann die Forderungsquote reduziert werden, dies ist allerdings mit entsprechenden Kosten verbunden.
Auch durch kürzere Zahlungsziele für die Kunden oder ein strikteres Mahnwesen kann die Forderungsquote (und damit die Kapitalbindung in den Forderungen) gesenkt werden.

17. Fremdkapitalquote Definition
Die Fremdkapitalquote (englisch: debt ratio) bezeichnet den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital, ausgedrückt in %.
Die Fremdkapitalquote lässt somit eine Aussage über die Verschuldung eines Unternehmens zu.
Mit einer hohen Fremdkapitalquote steigt das Risiko des Unternehmens, da mit steigender Verschuldung sowohl das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit als auch einer Überschuldung zunehmen. Positiv wirkt hingegen u.U. der Leverage-Effekt.
Alternative Begriffe: Anspannungsgrad, Anspannungskoeffizient, debt ratio, FK-Quote,
   
Fremdfinanzierungsgrad, Fremdfinanzierungsquote, Fremdkapitalanteil, Fremdkapitalintensität.
Fremdkapitalquote Formel
Die Fremdkapitalquote lässt sich mit folgender Formel berechnen: Fremdkapitalquote = Fremdkapital / Gesamtkapital.
Das Fremdkapital umfasst in der Bilanz die
• Rückstellungen (§ 266 Abs. 3 B. HGB) sowie • die Verbindlichkeiten (§ 266 Abs. 3 C. HGB).
Hinweis: Erhaltene Anzahlungen
Die Höhe des Fremdkapitals wird teilweise durch Ausweiswahlrechte beeinflusst, falls z.B. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen (§ 266 Abs. 3 C. 3. HGB) in Ausübung des Wahlrechts des § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB nicht unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen, sondern offen von den Vorräten abgesetzt werden.
In der Regel werden auch
• Passive Rechnungsabgrenzungsposten (§ 266 Abs. 3 D. HGB) sowie
• Passive latente Steuern (§ 266 Abs. 3 E. HGB)
in das Fremdkapital einbezogen.
Das Gesamtkapital entspricht der Bilanzsumme und damit dem Gesamtvermögen.
Beispiel: Berechnung der Fremdkapitalquote Beispiel: Berechnung der Fremdkapitalquote
Ein Unternehmen weist in der folgenden (verkürzten) Bilanz ein Fremdkapital in Höhe von 700.000 € aus. Das Gesamtkapital bzw. die Bilanzsumme betragen 1 Mio. €.

Aktiva
Anlagevermögen Maschinen Umlaufvermögen Vorräte
Forderungen aus L+L Kasse, Bank
Bilanz zur Berechnung der Fremdkapitalquote
Passiva
Eigenkapital 300.000 600.000
200.000 120.000 80.000 1.000.000
Fremdkapital
(Langfristige) Kredite 500.000 Verbindlichkeiten aus L+L 200.000
1.000.000 Die Fremdkapitalquote beträgt somit: 700.000 € / 1 Mio. € = 70 %.
Im Umkehrschluss beträgt die Eigenkapitalquote 30 %.
Bedeutung der Fremdkapitalquote
Eine hohe Fremdkapitalquote bedeutet für ein Unternehmen insbesondere:
• eine geringere Kreditwürdigkeit (Bonität) aufgrund der hohen Verschuldung; • ein höheres Risiko aus

• Überschuldung, da das als Verlustpuffer dienende Eigenkapital gering ist; • Zahlungsunfähigkeit, da höhere Zahlungen für Zins und Tilgung zu leisten
sind;
• eine geringere Unabhängigkeit für den Unternehmer, da er in der Finanzierung auf
Fremdkapitalgeber angewiesen ist.
Eine hohe Fremdkapitalquote wirkt sich jedoch aufgrund des Leverage-Effekts positiv auf die Eigenkapitalrentabilität aus.
Verringerung der Fremdkapitalquote bzw. Verschuldung
Eine Verringerung der Fremdkapitalquote entspricht einer Erhöhung der Eigenkapitalquote, deshalb sei auf die dortigen Erläuterungen verwiesen.
Fristigkeit des Fremdkapitals
Im Rahmen einer Analyse der Fremdkapitalquote bzw. Verschuldung eines Unternehmens ist die Fristigkeit des Fremdkapitals von Bedeutung.
Ein hoher Anteil kurzfristiger Verbindlichkeiten (z.B. offene Lieferantenrechnungen, Kontokorrentkredite, kurzfristig fällige Bankdarlehen) wirkt sich negativ auf die Liquiditätslage des Unternehmens aus.

18. Gesamtkapitalrentabilität Definition
Die Gesamtkapitalrentabilität bzw. Gesamtkapitalrendite als eine Form der Kapitalrentabilität gibt die „Verzinsung“ des gesamten in einem Unternehmen eingesetzten Kapitals, das sich aus Eigenkapital und Fremdkapital zusammensetzt, an.
Die Gesamtkapitalrendite beantwortet die Frage: „wie rentabel arbeitet das gesamte im Unternehmen eingesetzte Kapital?“.
Gesamtkapitalrentabilität Interpretation
Stellt man sich ein Unternehmen als „Geldmaschine“ vor, bedeutet eine Gesamtkapitalrentabilität in Höhe von z.B. 8 %, dass man 8 Euro erhält, wenn man 100 Euro „einwirft“ (d.h. Kapital zuführt).
Je höher die erzielte Gesamtkapitalrentabilität ist, desto effizienter wird das Kapital eingesetzt.
Oftmals wird für die Gesamtkapitalrentabilität auch die englische Bezeichnung Return on Investment (ROI) verwendet.
Alternative Begriffe: Gesamtkapitalverzinsung, Gesamtrentabilität, GK-Rendite, GK- Rentabilität, Investitionsrendite, Unternehmensrentabilität.
 
Gesamtkapitalrentabilität Formel
Gesamtkapitalrendite = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital. Gewinn: Jahresüberschuss nach Steuern
Der Gewinn entspricht dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Jahresüberschuss (nach Steuern).
Fremdkapitalzinsen
Die zuvor in der GuV bei der Gewinnermittlung abgezogenen Fremdkapitalzinsen werden hier wieder hinzu addiert, da sie die Vergütung des Fremdkapitals widerspiegeln, während der Gewinn die Vergütung des Eigenkapitals angibt.
Gesamtkapital
Das Gesamtkapital entspricht der Bilanzsumme und umfasst das Eigenkapital und das Fremdkapital.
Verbesserung der Gesamtkapitalrendite
Aus der Formel kann man immer ganz gut ablesen, wie sich der Wert – hier: die Gesamtkapitalrendite – verbessern lässt:
Durch Erhöhung des Gewinns und durch eine Reduzierung des Kapitals mittels z.B. Kapitalfreisetzung.
Gesamtkapitalrentabilität Beispiel Beispiel: Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität
Ein Unternehmen der Immobilienbranche weist auf der Aktivseite seiner Bilanz im Anlagevermögen ausschließlich eine vermietete Immobilie im Wert von 1 Mio. Euro aus. Das Unternehmen ist vollständig mit Eigenkapital finanziert.
Bilanz nur mit Eigenkapital zur Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität Aktiva Passiva
Anlagevermögen 1.000.000 € Eigenkapital 1.000.000 €
Aus der Immobilie ergibt sich ein jährlicher Gewinn in Höhe von 80.000 Euro, der sich als
Saldo der Mieterträge in Höhe von 100.000 Euro sowie der Abschreibung in Höhe von 20.000 Euro ergibt (weitere Kosten und auch Steuern seien der Einfachheit halber an dieser Stelle vernachlässigt).
Die (verkürzte) Gewinn- und Verlustrechnung sieht dann so aus:
Mieterlöse 100.000 € – Abschreibungen -20.000 € = Gewinn / Jahresüberschuss 80.000 €
Formel für die Berechnung der Gesamtkapitalrendite
Die Gesamtkapitalrendite berechnet sich wie nach folgender Formel:
Gesamtkapitalrendite = (Gewinn + Zinsen) / Gesamtkapital = (80.000 Euro + 0 Euro) / 1.000.000 Euro = 8 %.
Angenommen, das Gesamtkapital bestünde nicht ausschließlich aus Eigenkapital sondern

zu 50 % aus Fremdkapital (einem Bankdarlehen in Höhe von 500.000 Euro, für das 5 % Zinsen jährlich zu zahlen sind.)
Bilanz mit Fremdkapital zur Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität
Aktiva Passiva
Anlagevermögen 1.000.000 € Eigenkapital 500.000 € Bankdarlehen 500.000 €
Dadurch reduziert sich der Gewinn von 80.000 Euro um 25.000 Euro (Zinszahlung in Höhe von 5 % auf 500.000 Euro Darlehen) auf 55.000 Euro.
Die (verkürzte) Gewinn- und Verlustrechnung sieht dann so aus:
Mieterlöse
–  Abschreibungen
–  Zinsaufwand
= Gewinn / Jahresüberschuss 55.000 € 
In dem Fall beträgt die Gesamtkapitalrendite:
Gesamtkapitalrendite = (55.000 Euro + 25.000 Euro) / 1.000.000 Euro = 8 %. 
Die Hinzurechnung des Zinsaufwands im Zähler der Formel ergibt sich aus der Betrachtungsweise der Gesamtkapitalrendite: während die Eigenkapitalrentabilität das Unternehmen ausschließlich aus Sicht des Eigentümers betrachtet (dieser setzt Eigenkapital ein und wird dafür durch den ihm zustehenden Gewinn vergütet), betrachtet die Gesamtkapitalrentabilität das Unternehmen aus Sicht aller Kapitalgeber. 
Aus diesem Grund steht im Nenner das gesamte Kapital und korrespondierend dazu stehen im Zähler alle Vergütungen, die die Kapitalgeber erhalten: 55.000 Euro Gewinn für die Eigenkapitalgeber sowie 25.000 Euro Zinsen für die Fremdkapitalgeber. 
Während sich die Eigenkapitalrentabilität durch den Einsatz von Fremdkapital verändert (in der Regel erhöht, vgl. Leverage-Effekt), bleibt die Gesamtkapitalrentabilität unverändert, da sich im operativen Geschäft nichts verändert hat. 
Insofern ist die Gesamtkapitalrentabilität ein guter Maßstab für Vergleiche, welche Unternehmen effizient mit dem eingesetzten Kapital arbeiten. 
Wirkung der Besteuerung 
Allerdings beeinflusst der Einsatz von Fremdkapital die Steuerbelastung eines Unternehmens, da die Fremdkapitalzinsen als Aufwand den Gewinn und damit die Steuerlast mindern. 
Aus diesem Grund ändert sich bei Berücksichtigung von Ertragsteuern auch der Gewinn und damit die Gesamtkapitalrendite. 
Problemfelder der Gesamtkapitalrentabilität Rechnungslegung als Basis der Gesamtkapitalrentabilität 
Die Gesamtkapitalrentabilität setzt Größen des Jahresabschlusses in ein Verhältnis zueinander. 
Bilanzieren Unternehmen nach unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards (z.B. HGB oder IFRS), so ergeben sich daraus unter Umständen unterschiedliche Gewinne und/oder Gesamtkapitalwerte.
100.000 € -20.000 € -25.000 €

Dies gilt analog auch für den Fall, dass Unternehmen zwar nach denselben Rechnungslegungsstandards bilanzieren, jedoch z.B. andere Abschreibungsmethoden oder Nutzungsdauern anwenden und dadurch der Gewinn (Zähler der Formel) beeinflusst und damit eine Vergleichbarkeit von Unternehmen beeinträchtigt wird.
Darüber hinaus werden Investitionen bei wissensbasierten Unternehmen (z.B. Software, Internet, Pharmaindustrie) oftmals nicht in der Bilanz aktiviert, sondern z.B. als Forschungs- bzw. Entwicklungskosten als Aufwand verbucht. Dies mindert zum einen die Gewinne, zum anderen auch das Gesamtkapital bzw. die Bilanzsumme.
Dadurch tritt eine Verzerrung der Gesamtkapitalrendite im Vergleich zu Industrieunternehmen, die vorwiegend in Sachwerte wie Maschinen investieren, auf.

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